Mehr Engagement für Afrika

Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller zu Gast in Lahr

Mehr Engagement für Afrika forderte Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller bei seinem Besuch in Lahr, zu dem ihn Bundestagsabgeordneter Peter Weiß eingeladen hatte.

In seinem Vortrag in der Kantine des ZeitAreals bezeichnete es Bundesminister Müller als Ziel seiner Idee eines Marschallplans für Afrika, die afrikanischen Staaten in ihrer Eigeninitiative zu unterstützen. „Die jungen Menschen in Afrika sollten in ihren eigenen Ländern eine Zukunftsperspektive finden“, betonte Müller. Das sei das beste Mittel gegen die Flüchtlingsbewegungen. Besonderen Wert legte Müller auf die Unterstützung fairer Handels- und Produktionsbedingungen in den Entwicklungsländern. Bei öffentlichen Beschaffungen in Deutschland müsse zum Beispiel darauf geachtet werden, dass beim Pflastern von Plätzen die Steine aus fairer Produktion stammten. Gleiches gelte für Kaffee oder Kakao. „Hier kann jeder von uns durch sein konkretes Handeln für mehr Gerechtigkeit und Fairness sorgen“; betonte Müller.

Unter dem Motto „Lahr international“ konnte Bundestagsabgeordneter Peter Weiß drei Beispiele aus der Region für konkrete Entwicklungspartnerschaft vorstellen.

Die Klimapartnerschaft zwischen Lahr und der Partnerstadt Alajuela in Costa-Rica stellte der stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Lahr-Alajuela Heinz-Dieter Ritzau vor. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung sowie der  Abwasser- und der Müllentsorgung, die durch Experten aus Lahr begleiteten wurden, werden zu 90 Prozent aus Mitteln des von Müller geführten Entwicklungshilfeministeriums finanziert und hätten sichtbare Erfolge erreicht.

Den Verein „Kinderrechte Afrika“ mit Sitz in Lahr stelle dessen Geschäftsführer Andreas Böning vor. In den Bereichen Kinderrechte, Prävention sexueller Gewalt, Hilfen für Kinder in Gefängnissen, Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten und Kampf gegen die Verfolgung von Kindern als Hexen führt der Verein dazu in vier afrikanischen Ländern sieben Projekte mit Förderung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durch. Zwei weitere Projekte seien gerade in der Bewilligung.

In diesem Jahr feiert die kirchliche Partnerschaft zwischen der katholischen Pfarrgemeinde Friesenheim und der Pfarrei El Buen Pastor in Callao / Peru ihr 20jähriges Bestehen. Die Leiterin des Perukreises Friesenheim Martina Hamm gab eine Übersicht über die von Friesenheim aus unterstützten Projekte für Straßenkinder und für eine Basis-Gesundheitsversorgung.

Bundestagsabgeordneter Peter Weiß betonte, dass diese drei Beispiele zeigten, wie sehr sich Menschen für internationale Fragen engagieren und konkrete Hilfe leisten. „Auch vor einer Bundestagswahl sollten wir nicht nur über unsere innenpolitischen Fragen diskutieren, sondern auch unsere internationale Verantwortung betonen“, sagte Weiß.

In der Diskussion griff Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller vor allem auch die Klimadiskussion auf. Klimaschutz sei Aufgabe aller Staaten. „Wenn in China jeden Monat ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb geht, dann ist das für das Weltklima eine Katastrophe“, sagte Müller. Auch zur Bekämpfung der Korruption wurde Müller befragt. Er wolle mit seinem Marschallplan für Afrika daher bewusst reformbereite Regionen unterstützen. „Wo das Geld bei korrupten Potentaten landet statt bei den Armen werden wir keinen Cent in die Staatshaushalte geben“, erklärte der Minister.

Mehr Engagement für Afrika forderte Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller bei seinem Besuch in Lahr, zu dem ihn Bundestagsabgeordneter Peter Weiß eingeladen hatte. Unser Bild zeigt Peter Weiß (links) und Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (rechts).
Aufn.: Maerker