Als Kind den Holocaust überlebt

Ehemalige KZ-Häftlinge auf Einladung von Peter Weiß in Ettenheim

Seit einigen Jahren organisiert das Maximilian-Kolbe Werk sogenannte Erholungs- und Begegnungsaufenthalte für Überlebende des Holocausts. Auf Einladung des Präsidenten des Maximilian-Kolbe Werks, dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß, waren acht ehemalige KZ-Häftlinge nach Ettenheim gekommen. Die Frauen aus Polen und Litauen haben als Kinder die Gräueltaten der Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern am eigenen Leib erfahren.

Bürgermeister Bruno Metz empfing die Gäste im Bürgersaal der Gemeinde. Bei Kaffee und Kuchen erzählte über die wechselhafte Geschichte der Stadt und ihrer jüdischen Gemeinde. „Wir haben früh mit der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Stadtgeschichte begonnen“, so der Bürgermeister. Eines der wertvollsten Überbleibsel aus dieser Zeit ist der Thora-Vorhang, welcher aus zerstörten Ettenheimer Synagoge stammt. „Vermutlich hat ein mutiger städtischer Beamter den Vorhang gerettet“, führte Bürgermeister Bruno Metz aus. Für die Restauration des Vorhangs haben die vertriebenen Juden aus Ettenheim nach einem Besuch im Jahr 1988 in ihrer ehemaligen Heimatstatt Spenden gesammelt. „Für viele Gäste war es ein sehr emotionaler Moment als sie bei ihrem Besuch den Thora-Vorhang gesehen haben“, erklärte Ehrenbürgerin Margret Oelhoff, die sich intensiv mit der Geschichte der Stadt auseinandergesetzt hat. Bundestagsabgeordneter Peter Weiß betonte, dass ein solcher Austausch gerade vor dem Erstarken des rechten Randes der Politik wichtig sei. „Die Besuche von Zeitzeugen helfen gegen das Vergessen, der unzähligen Verbrechen, die im Namen des Nationalsozialismus begangen wurden“, so Weiß. Der Präsident des Maximilian-Kolbe Werks kündigte an, dass die Arbeit auch dann fortgeführt werden soll, wenn keine lebenden Zeitzeugen von den Ereignissen berichten können. „Die Zeit des Nationalsozialismus darf nicht dem Vergessen anheimfallen“, erklärte Weiß.

Bei einem anschließenden Mittagessen im Weingut Weber nutzten die Seniorinnen die Gelegenheit, sich bei gutem Wein über das Erlebte auszutauschen.

Seit einigen Jahren plant und organisiert das Maximilian-Kolbe Werk sogenannte Erholungs- und Begegnungsaufenthalte für Überlebende des Holocausts. Auf Einladung des Präsidenten des Maximilian-Kolbe Werks, dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß, waren acht ehemalige KZ-Häftlinge nach Ettenheim gekommen. Unser Bild zeigt den Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (2.v.l.) und Bürgermeister Bruno Metz (1.v.r.) bei der Begrüßung der KZ-Überlebenden.