Badischer Weinradweg getestet -Tourismusvertreter, Bürger und Politiker sind begeistert

Mair, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, will das Marketing weiter stärken

Nach einem Sekt radelt es sich leichter: die Gruppe zu Beginn im Hof des Weingut Schätzle in Endingen.

Den Badischen Weinradweg testen und radelnd seine Abgeordneten kennenlernen: Unter diesem Motto luden Bundestagsabgeordneter Peter Weiß und Landtagsabgeordnete Marion Gentges zu einer Radtour auf dem neuen Badischen Weinradweg ein. Dieser wurde im April eröffnet – Corona-bedingt ohne Öffentlichkeit. Er verbindet auf rund 460 Kilometern von Basel bis Weinheim die badischen Weinanbaugebiete Markgräflerland, Kaiserstuhl, Tuniberg, Breisgau, Ortenau, Kraichgau und Badische Bergstraße.

Bei, abgesehen vom Gegenwind, optimalen Radelwetter versammelten sich die über dreißig Teilnehmer im Hof des Endinger Weinguts Schätzle. Nach einführendem Referat von Winzer Leopold Schätze Junior zur Geschichte und Gegenwart des Familienweinguts sprach Hansjörg Mair, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, über die Konzeption des Badischen Weinradwegs. Im Bereich der Selbstvermarktung sei noch viel Luft nach oben: Die Marketingausgaben der Schwarzwaldregion seien im internationalen Vergleich fast schon vernachlässigbar. Tirol, als Aushängeschild, würde ein Vielfaches aufwenden. Außerdem schlug Mair vor, sich der größten eigenen Stärke bewusst zu werden: „Nach Berlin und weiteren Städten landet der Black Forest auf dem sechsten Platz der international bekanntesten Orte Deutschlands. Diese Steilvorlage muss man nutzen.“

Die Tour begann entlang des nördlichen Kaiserstuhls in Richtung Riegel. Mit Passieren der Rheintalbahn erfolgte sodann auch die Ankunft im nächsten Weinanbaugebiet der sieben badischen entlang des Weinradwegs: Breisgau. (Die beiden von den Etappen nicht tangierten badischen Weinanbaugebiete sind Tauberfranken und Bodensee.) Entlang der Vorbergzone radelten die beiden Abgeordneten, die Breisgauer Weinprinzessin Lisa Bader, Ex-CDU-Landtagsabgeordneter Alfred Haas, Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan, Tourismusvertreter Hansjörg Mair, Vorsitzender des ADFC Ortenaukreis Helmut Schönberger sowie viele Bürgerinnen und Bürger – u.a. aus Friesenheim, Lahr, Kippenheim, Ettenheim, Ettenheimmünster, Ringsheim, Rust, Rheinhausen und Kenzingen – mit der Burg Lichteneck im Blick durch Hecklingen und schließlich das Wonnental. Nach kräftigem Anstieg auf den 248 Meter hohen Niederberg gelangte die Gruppe nach Wagenstadt an den ersehnten Rastplatz in Tutschfelden.

Bei herzlicher Bewirtung mit Kaffee und Kuchen in der Heimatstube in Herbolzheim-Tutschfelden erzählte Hans Schandelmeyer, 1. Vorstand des Heimatverein Tutschfelden, vom Heimatmuseum, dem seit Corona leider ruhenden Museumskaffee und von aktuellen Vorhaben. Unter anderem ist geplant, im hinteren Hof ein Backhisli zu errichten. Wohl gestärkt und guter Stimmung machten sich die Radler auf, um den Kahlenberg zu bezwingen. Bei den in voller Blüte stehenden Reben, der wunderschönen Aussicht in das Heckenland und den Schwarzwald sowie die liebevoll gepflegte Golfplatzanlage konnte die extreme Steigung fast vergessen werden – zugegebenermaßen auch dank der elektronischen Unterstützung fast aller Räder.

Leicht unterhalb des Heubergturms wurde das Weingut Bieselin, das Ziel der Tour, erreicht. Die Radler wurden mit toller Aussicht in die Rheintalebene samt Straßburger Münster, Wein, Essen und Live-Musik belohnt. Nach ein paar Worten zur modernen Erweiterung des Weinguts von Inhaber Andreas Bieselin gehörten die Schlussworte Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz und schließlich der dazu gestoßenen Weinhoheit Hanna Mußler, Badische Weinprinzessin.

„Ich denke, ich spreche für alle Teilnehmer, dass der Badische Weinradweg auf einzigartige Weise Radfahren mit unseren wunderschönen Reblandschaften und unseren weltweit geschätzten Weinen sowie unserer einzigartigen Kulinarik verbindet“, resümierte Bundestagsabgeordneter Peter Weiß.