Besuch auf der Jobmesse Colmar-„Das Ziel ist ein gemeinsamer Arbeitsmarkt!“

Auf dem Bild vor der Abteilung deutscher Unternehmen auf der Berufsinfomesse in Colmar (v.l.n.r.): Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung Badischer Unternehmensverbände Michael Hafner, die Präsidentin des Oberelsass Brigitte Klinkert, Bundestagsabgeordneter Peter Weiß und der Leiter der Agentur für Arbeit Freiburg Christian Ramm

Ende Januar fand die 42. Ausgabe des „Salon Formation Emploi Alsace“ in Colmar statt. Im Auftrag der „Association JEF“ (Verband für Jugendliche, Beschäftigung und Berufsbildung) organisierte die Industrie- und Handelskammer Colmar die Messe. Bei der Jobbörse im Januar letzten Jahres strömten mehr als 20.000 Besucher in die vier Ausstellungshallen. Der „Salon Formation Emploi Alsace“ ist ein idealer Ort, um direkten Kontakt zu Unternehmen und Berufsschulen aufzunehmen, die auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind. Auch dieses Jahr waren wieder zahlreiche elsässische sowie deutsche Unternehmen auf der Messe vertreten. Knapp 70 Arbeitgeber aus Südbaden suchten den Austausch, darunter unter anderem der Europa-Park aus Rust sowie Zalando aus Lahr.

Die Agentur für Arbeit Freiburg und die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein organisierten zum siebten Mal in Folge auf dem Salon deutsch-französische Begegnungen, mit dem Ziel, die grenzüberschreitende Arbeitsmobilität zu fördern. Neben den nach Fachkräften suchenden Arbeitgebern, die rund 250 Stellenangebote im Gepäck hatten, gab es für die französischen Besucher zahlreiche Vorträge, ein Bewerbungsmappen-Check, die Möglichkeit Bewerbungsfotos zu machen, eine Farb- und Stilberatung, ein Business-Styling sowie einen Test zur Einstufung der Deutschkenntnisse. Beratende Institutionen informierten, auf was es bei einer Ausbildung oder Arbeit in Deutschland ankommt und welche Gestaltungsmöglichkeiten bei Steuern und Sozialversicherung bestehen.

Das deutsche Engagement auf der Messe in Colmar ist eine Initiative der Fachkräfteallianz Südlicher Oberrhein. Das aus Vertretern von Wirtschaft, Verbänden und öffentlicher Hand bestehende Netzwerk hat es sich zum Ziel gemacht, den Unternehmen am Südlichen Oberrhein die erforderlichen Fachkräfte zu sichern. Die Allianz ist auf mehreren Handlungsfeldern aktiv, unter anderem auch auf dem Gebiet der Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität.

Während der Eröffnungsfeier diskutierte Bundestagsabgeordneter Peter Weiß mit französischen Politikern, Vertretern der elsässischen Bildungseinrichtungen, Wirtschaftsvertretern sowie Direktoren der deutschen und französischen Arbeitsagenturen über Möglichkeiten zur Zusammenarbeit auf dem Arbeitsmarkt. „Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit im Elsass und dem großen Bedarf an Fachkräften am Oberrhein braucht es auf beiden Seiten des Rheins mehr Zusammenarbeit anstatt weniger!“, sagte Peter Weiß. „Aus diesem Grund habe ich in Berlin eine Gesetzesänderung vorbereitet, die künftig ausbildungsbegleitende Hilfe und Assistierte Ausbildung auch für junge Grenzgänger ermöglicht. Wer als junger Mensch im Elsass lebt und auf der anderen Seite des Rheins in Baden eine betriebliche Berufsausbildung absolviert, soll künftig bei der Ausbildung mehr Hilfe und Unterstützung erhalten. Bisher steht dieses Angebot der Agentur für Arbeit nur inländischen Auszubildenden offen.“ Bei der Assistierten Ausbildung erhalten der Betrieb sowie der Auszubildende individuell an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Unterstützung. Sei es bei der Organisation der Ausbildung, der Wissensvermittlung, bei Problemen im sozialen Umfeld oder durch Sprachunterricht. Ziel der Förderung ist es, die Kluft zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Voraussetzungen der Jugendlichen zu überwinden. Von einem Grenzgänger in seinem Wahlkreis weiß Peter Weiß darüber hinaus aus erster Hand um die Bedeutung des Internets für den Arbeitsmarkt: „Ein Elsässer ist über das Internet auf ein Stellenangebot eines Landmaschinenbetriebs aus meinem Wahlkreis gestoßen. Ich denke, Soziale Netzwerke wie Instagram, Snapchat, LinkedIn oder XING können eine überaus große Rolle spielen, überhaupt erst das Bewusstsein für die grenzüberschreitenden Möglichkeiten zu schaffen.“