Bundestagsabgeordneter Peter Weiß informiert sich über die Erweiterung des Schlachthauses in Wittelbach

Vor dem zu klein gewordenen Kühlraum diskutieren Eugen Göppert (links), Peter Weiß (Mitte) und Ewald Rehm über die Zukunft der Fleischverarbeitung.

 

Eigentlich wollte Bundestagsabgeordneter Peter Weiß Anfang März den Erzeugergemeinschaft Weideland Schuttertal e.V. besuchen, um sich über dessen Erweiterungspläne für das Schlachthaus in Seelbach-Wittelbach zu informieren. Erst sorgte Corona für die Absage des Termins. Dann führte der Virus wegen der Corona-Ausbrüche in mehreren deutschen Schlachthöfen zu noch größerer Bedeutung des Termins. Dadurch war es Peter Weiß bei seinem verspäteten Besuch in Seelbach-Wittelbach möglich, sowohl über Tierwohl, Arbeitnehmerschutz, als auch die Erweiterungspläne mit den Vereinsmitgliedern der Erzeugergemeinschaft, Seelbachs Bürgermeister Thomas Schäfer und den CDU-Ortsvorsitzenden Kurt Weber (Schuttertal) und Josef Schwörer (Seelbach) zu sprechen.

Erster Vorsitzender Eugen Göppert führte mit einem kurzen Referat in die Geschichte und Struktur des Schlachthauses ein. Nachdem neue Hygienevorschriften das Schlachten auf Höfen oder in kommunalen Einrichtungen zunehmend schwieriger machten, schlossen sich Schuttertäler Landwirte zusammen, um weiterhin unabhängig zu sein und die Verarbeitung ihrer Tierprodukte selbst vornehmen zu können. 2011 konnte man die neuen EU-Standards erfüllen. „Nach der jüngsten Schließung des Schlachthofs in Offenburg sind wir wohl der größte unserer Art im gesamten Ortenaukreis“, fasste Eugen Göppert zusammen. „Darauf sind wir nicht stolz. Diese Struktur führt zu Tiertransporten bis nach Bayern und zeigt, dass lokale Einrichtungen unbedingt erhalten bleiben müssen.“

Vorstandsmitglied Ewald Rehm erklärte während eines Rundgangs die verschiedenen Schritte von der Ankunft der Tiere bis zum Fleischverkauf. „Mit der Erweiterung werden wir einen zusätzlichen Kühlraum erhalten und somit statt neun Rindern bis 16 lagern können“, erklärte er. „Außerdem bauen wir einen neuen Konfiskatraum, um der Anforderung nach sechs unterschiedlichen Abfallgattungen gerecht zu werden.“

„Fleisch muss nicht aus großen Industriekomplexen stammen“, bekräftigte Peter Weiß. „Die Erzeugergemeinschaft zeigt, dass lokale Strukturen sowohl Mensch, als auch Tier besser stellen.“ Zugleich würde in beeindruckender Weise bewiesen werden, welche große Chance das Angebot von hochwertigem Fleisch auf dem Markt habe.

Vereinsvorsitzender Eugen Göppert führte aus, dass für die Erweiterung des Schlachthauses Kosten in Höhe von einer Viertelmillion Euro vorgesehen sind. Gedeckt werden diese durch einen ELR-Zuschuss (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) in Höhe von ca. 38.000 €, jeweils 15.000 € durch die Kommunen Schuttertal, Seelbach und Lahr sowie Eigenmittel. Der Rest wird über ein Darlehen finanziert. Baubeginn soll Ende Juli sein, sodass der Rohbau vor dem Winter vollendet sein soll.