Bundestagsabgeordneter Peter Weiß und Jutta Zeisset beim Startup CARLA CARGO

MIT GEMÜSE FING ALLES AN

Bombacher Startup erobert die Welt der Lastenräder

CARLA CARGO sucht neue Gewerbeflächen

Startups findet man auch in Bombach

Bundestagsabgeordneter Peter Weiß testet eine Carla.

Durch die Gemüsetransporte einer Freiburger Gartenkooperative fielen Markus Bergmann Fahrradlastenanhänger erstmalig auf. Von den damaligen Anhängern für den Lastentransport war er aber nicht überzeugt. Um mehr Menschen dazu zu bewegen, auf das Auto zu verzichten, müssten Lastenanhänger noch leistungsfähiger und praktischer sein. Deswegen entschied Bergman, einen Anhänger mit integrierter Auflaufbremse und E-Antrieb zu entwickeln. Nach anfänglichem Crowdfunding und abendlichem Schweißen mit Freunden konnte ein erster Prototyp erschaffen werden. 2016 gründete der studierte Ingenieur im Fachbereich Energie- und Umwelttechnik die Firma CARLA CARGO.

„In den ersten Monaten half mir der Freiburger Inkubator Grünhof bei klassischen Managementfragen enorm viel weiter. Der Grünhof ist ein Co-Working Space für die Startup-, Nachhaltigkeits- & Kreativszene“, denkt Bergmann an den Unternehmensbeginn zurück. „Durch finanzielle Förderung der badenova sowie dank zweier Bankkredite konnten wir richtig loslegen.“ Nach großem Wachstum zog das Startup in den Kenzinger Ortsteil Bombach, wo CARLA CARGO mittlerweile 15 Mitarbeiter beschäftigt. Zwei davon sind Zweiradmechaniker in Ausbildung.

Selbst die eigenen Mitarbeiter sind mittlerweile überrascht, wofür die Carlas eingesetzt werden. Die Kunden reichen von Schornsteinfegern, über Imker und Bestatter bis hin zu politischen Parteien. Zuletzt erfuhr das Unternehmen viel Öffentlichkeit, als bekannt gegeben wurde, dass der Internetgigant Amazon eine große Anzahl an E-Lastenanhängern für innerstädtische Auslieferungen in New York City geordert hatte. In Megastädten werde zudem deutlich, dass durch den Wegfall von Lager- und Parkflächen schnell Millionenbeträge eingespart werden können.

Während einer Führung durch die Hallen erläuterte der Geschäftsführer der CARLA CARGO Engineering GmbH einzelne Produktionsschritte. Die Rahmen kämen primär aus Ungarn, mittlerweile aber auch von einem Hersteller aus Herbolzheim. Zwar sei es Usus, bei höheren Stückzahlen den Bedarf aus China zu decken, jedoch entschied sich Bergmann, möglichst regional zu bleiben und das kollegiale Umfeld zu bewahren. In den letzten Wochen stellten sich die Lieferungen aus Herbolzheim als goldrichtige Entscheidung heraus, da die internationalen Wertschöpfungsketten unterbrochen waren.

In die Zukunft blickend geht Bergmann weiterhin von einem jährlichen Wachstum von 100 % aus. In diesem, spätestens im nächsten Jahr werde man die 1.000-Stückmarke erreichen. Aus diesem Grund sei man auch auf der Suche nach neuen Gewerbeflächen. „Rechtlich bräuchten wir Sicherheit, um mehrere Anhänger an einem Fahrrad testen zu können. Die Straßenverkehrsordnung sieht keine genaue Regelung vor“, so Bergmann. „In Straßburg gibt es zu Testzwecken bereits eine Bewilligung.“

„CARLA CARGO ist ein tolles Beispiel, wie Gründergeist auf ökologische Ideen trifft“, sagte Peter Weiß. „Ich werde mich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dafür einsetzen, rechtliche Klarheit für die Anhängertests zu schaffen.“

„Beeindruckend ist, wie viel Umsatz CARLA CARGO ohne Werbekosten durch eigene Posts oder Posts anderer auf Instagram erzielt“, kommentierte die CDU-Landtagskandidatin Jutta Zeisset.