Den Wald fit für die Zukunft machen

Bundestagsabgeordneter Peter Weiß auf Forstbegehung im Kohlenbachtal

Um den Wald fit für die Zukunft zu machen, braucht es nicht nur Sofortprogramme, sondern eine langfristige Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Das war die zentrale Botschaft bei der Waldbegehung mit dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß und mehreren Forstexperten im Kohlenbachtal, darunter der Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA), Konstantin von Teuffel. Der CDU-Stadtverband Waldkirch hatte auf den Bromhof eingeladen, um sich vor Ort ein Bild von den Auswirkungen der Hitzeperiode zu machen. Inhaber Georg Fischer bewirtet eine Fläche von insgesamt 63 Hektar Wald. Vor allem die Fichten und Buchen leiden derzeit unter der Hitze.

„Das Waldökosystem wird sich verschieben“, erklärte Konstantin von Teuffel. Anhand von zwei verschiedenen Szenarien zeigte der Direktor der FVA, dass selbst bei Einhaltung des 2 Grad Ziels des Weltklimarates, die vorherrschenden heimischen Baumarten Buche und Fichte keine tragende Rolle mehr spielen können. „Wir stehen vor einer großen Umbauaufgabe“, so von Teuffel. Dazu brauche es auch neue Baumarten. „Einen Wunderbaum, der alle Probleme löst, wird es nicht geben“, betonte Teuffel. Für den Forstexperten kommen etwa Heimbuche, Spitz- und Bergahorn als heimische Arten in Frage sowie auch Flaumeiche, Roteiche und Douglasie als gebietsfremde Arten. Zugleich betonte der Direktor der FVA, dass die Experten keineswegs ratlos seien. Aktuell werde in der Forschungsanstalt an einem Leitfaden für Praktiker gearbeitet.

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß sah Handlungsbedarf: „Den Waldumbau müssen wir uns auch politisch vornehmen. Dazu braucht es weitere Instrumente.“ Er wolle die Eindrücke und Vorschläge auch in die Klausurtagung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion einbringen, die im Herbst stattfinden soll. Beim anschließenden Rundgang durch die angrenzenden Wälder zeigte Georg Fischer am Beispiel einer gefällten Fichte, welche Schäden die Borkenkäfer anrichten. Der Leiter des Kreisforstamtes Emmendingen, Martin Schneider, merkte an, dass Borkenkäfer in großer Zahl den Winter überlebt haben. „Der Druck auf die Fichte ist sehr groß“, so Schneider. Der Baum setze Harz zum Schutz vor den Schädlingen ein, allerdings sei dafür ausreichend Wasser nötig. Aktuell ist der schlimmste Befall im Simonswäldertal vorzufinden. Erfreulicher entwickelt sich der Bestand von Douglasien – die nächste Station auf dem Rundgang. „Die wachsen wie der Teufel“, erklärte Georg Fischer. Konstantin von Teuffel fügte an, dass die FVA auch Hoffnung in die Douglasie setze, da diese auch monatelang ohne Wasser auskommen könne. Auch der klassische Baum des Schwarzwaldes, die Weißtanne, sei etwas besser an längere Trockenperioden angepasst, weil er als Tiefwurzler auch an tiefer liegende Wasserschichten gelange

Um den Wald fit für die Zukunft zu machen, braucht es nicht nur Sofortprogramme, sondern eine langfristige Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Das war die zentrale Botschaft bei der Waldbegehung mit dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß und mehreren Forstexperten im Kohlenbachtal, darunter der Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA), Konstantin von Teuffel. Georg Fischer (Mitte) zeigte Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (3.v.l.) und den zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Auswirkung des Borkenkäferbefalls (Aufn. Winkler).