Erfolgreicher Start der Corona-Hilfen -Wirtschaftsverbände diskutieren Verbesserungen mit Peter Weiß

Die Direkthilfen für Corona-geschädigte Unternehmen sind in der Region am südlichen Oberrhein erfolgreich angelaufen. Das berichteten Steffen Auer (Präsident der IHK Südlicher Oberrhein), Dr. Dieter Salomon (Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein), Johannes Ullrich (Präsident der Handwerkskammer Freiburg) sowie Dr. Christoph Münzer (Hauptgeschäftsführer des wvib) in einer gemeinsamen Telefonkonferenz mit dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß.

Handwerkskammer und IHK hoben hervor, dass zusammen über 100 Mitarbeiter der Kammern freiwillig am Wochenende tausende Soforthilfeanträge bearbeitet haben. Alleine die IHK Südlicher Oberrhein erhielt 11.000 Anträge. Das sind fast 10 % aller im Land Baden-Württemberg gestellten Hilfsgesuche. „Die Klarstellung von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, dass Corona-Hilfen im Südwesten nun unabhängig vom Privatvermögen bezahlt werden, erleichtert uns die Arbeit sehr“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon. IHK-Präsident Steffen Auer fügte an: „Einige Formulieren der Antragsunterlagen hätten einfacher sein können. Nicht jeder Soloselbstständige weiß, was ein VZÄ (Vollzeitäquivalent) ist.“ Das Fazit der Runde war jedoch einhellig: „Die Soforthilfen sind sehr gut angelaufen.“

Der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (wvib) vertritt größere, familiengeprägte industrielle Mittelständler, die hauptsächlich im und nahe des Schwarzwald liegen. „Größere Unternehmen halten naturgemäß mehr Liquidität vor“, sagt wvib-Geschäftsführer Christoph Münzer. „Dies hilft uns in der aktuellen Situation enorm. Jedoch können auch unsere Mitgliedsunternehmen diese Situation nur wenige Monate durchhalten.“ Insgesamt laufe die Produktion bei ca. 80% des Vorkrisenniveaus. Jedoch reiche bereits ein Ausfall in einer Supply Chain, der zum gesamten Ausfall einer Produktion führen könne. Darüber hinaus berichtete Dr. Münzer, dass bereits seit einem Jahr ein Viertel der Automobilzulieferer in Kurzarbeit arbeiten würden. „Arbeitsminister Hubertus Heil könnte per Verordnung das Kurzarbeitergeld auf zwei Jahre ausweiten. Ich werde ihn bitten, das auch zu tun“, ergänze Peter Weiß.

Johannes Ullrich, Präsident der Handwerkskammer Freiburg, informierte, dass viele Soloselbstständige wie Friseure oder Kosmetiker kurz vor dem Ruin stünden, wenn die Krise noch lange anhalte. „Im Baubereich läuft es aufgrund der langen Projektzeiten gut. Es gibt auch noch nicht viele Stornierungen“, sagte er. „Ein Horrorszenario wäre, wenn verschärfte Hygienevorschriften zum Stopp von Großprojekten führen würden.“

Die Industrie- und Handelskammer zeigte sich über die existenzbedrohliche Lage hunderter Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers, Caterer und Messebauer äußerst besorgt. Hier werde man auch mit Insolvenzen rechnen müssen.

Die Kammern und Wirtschaftsverbände bitten Peter Weiß um weitere Verbesserungen der Hilfen, damit gerade auch mittelgroße Unternehmen die angebotene Unterstützung in Anspruch nehmen können. Die maximale Laufzeit der KfW-Kredite sollte von fünf auf zehn Jahre erhöht werden sowie eine 100%- statt einer 90%-Garantie durch den Staat gewährt werden. Am allerwichtigsten sei jedoch eine Exitstrategie der Bundesregierung. „Ich bin begeistert wieviele Menschen in unserem Land so selbstlos wie die Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter der IHK und HWK vorangehen“, so Peter Weiß. „Das sehr gute Anlaufen der Corona-Hilfe stimmt mich zudem hoffnungsvoll, dass wir die Krise mit möglichst eingegrenztem wirtschaftlichen Schaden meistern werden.“