Peter Weiß besucht Emmendinger Digitalunternehmen Maqnify

Auf Einladung des Emmendinger Unternehmers Dominic Fischer besuchte Bundestagsabgeordneter Peter Weiß am heutigen Freitagmittag das Digitalunternehmen Maqnify. Dieses bietet neuartige Konzepte und individuelle Lösungen im Bereich Tourismus und Stadtmarketing für Kommunen und Destinationen an. In der Vergangenheit konnten bereits digitale Stadtführungen für Städte wie Emmendingen, Endingen und Freiburg realisiert werden.

Nach der Unternehmensvorstellung samt eines Blickes in die Audio-Produktion gingen Axel und Andy Lienhardt auf die Entwicklung des Business Park F9 (ehemaliges Upat-Areal ein).

Upat war für viele Heim- und Handwerker ein Begriff. Der Emmendinger Dübel-Hersteller war einer der Größten der Branche. Nach Veräußerung des Unternehmens an Mitbewerber Fischer zog sich dieser alsbald vom Standort Emmendingen zurück. Zurück blieb ein riesiges Industrie-Areal am Rande der Kernstadt.
Die Brüder Axel, Andy und David Lienhart kauften das Areal 2015 und vermieteten Büros und Hallen an Kleinunternehmen und Start-Ups.
Der nach der Adresse Freiburger Straße 9 benannte Gewerbepark F9 beherbergt auf 17.000 Quadratmetern Fläche inzwischen über 120 Unternehmen aller möglichen Branchen.

„Eigentlich hatten wir nur eine Halle gesucht, um unsere Oldtimer restaurieren zu können“, erzählt Andy Lienhart. „Dabei haben wir mitbekommen, dass sich Fischer vom Standort Emmendingen verabschieden will“, ergänzte Bruder Axel.
„Nach längeren Verhandlungen konnten wir das Areal vom Dübelhersteller kaufen“, erinnerte sich Andy. Er habe dann mit seinen beiden Brüdern Axel und David die Gebäude, wo notwendig, instand gesetzt und angefangen, die Räumlichkeiten einzeln zu vermieten.

„Es ging uns von Anfang an nicht um Mietmaximierung, sondern um ein gutes Verhältnis zu unseren Mietern. Wir vermieten zu günstigen Preisen, und unsere Mieter kommen dafür nicht wegen jeder Kleinigkeit zu uns“, erklärte Andy Lienhart die Strategie.
Es gehe um Leben und Lebenlassen und der Erfolg gebe ihnen recht. Sämtliche Räume seien vermietet und es habe sich unter den einzelnen Firmen ein dynamisches Netzwerk gebildet.
Mieter Dominic Fischer spricht sogar vom größten Start-Up-Zentrum der Regio.
„Die geringe Fluktuation unserer Mieter spricht für uns“, so Andy Lienhart. Es sei den drei Brüdern vor allem wichtig, dass das Verhältnis der Mieter zu ihnen, aber auch untereinander funktioniere.

Die drei Brüder kaufen, sanieren und vermieten sowohl Wohn- als auch Gewerbeobjekte. Das F9 ist das fünfte und größte Objekt, das sie unter ihren Fittichen haben. Weitere Objekte sind eine alte Druckerei im Freiburger Stadtteil Stühlinger. „Hier haben wir 18 Ateliers geschaffen, in denen kreative Künstler wirken können“, so Andy Lienhart. „Wichtig war uns dabei, den Charme und Charakter des ehemaligen Gewerbegebäudes zu erhalten“, erklärte der Oldtimerliebhaber.

Ein weiteres Objekt ist die ehemalige Lederfabrik in Endingen. Auf dem Innenstadtareal entstehen 38 Wohneinheiten, von denen rund ein Drittel vermietet, der Rest als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen. „Dieses Gebäude konnten wir aus Brandschutzgründen leider nicht erhalten und mussten es abreißen“, so Axel Lienhart.
„Wir haben aber einige Details wie eine große alte Uhr sichern können, die wir in das neue Gebäude integrieren wollen“, ergänzte Andy Lienhart.

Für den Gewerbepark F9 haben die drei Brüder ebenfalls Pläne. So sollen die Gebäude suksessive saniert und auch optisch verbessert werden. Außerdem soll auf dem Grundstück eine neue Halle mit rund 650 Quadratmetern Fläche entstehen.
Vieles davon machen die drei Brüder selbst. „David und Axel sind technisch und handwerklich begabt“, so Andy Lienhart.
Mieter des Gewerbeparks bezahlen übrigens eine pauschale Warmmiete, in der Strom, Wasser und Heizung bereits enthalten sind. „Das ist gerade für Kleinunternehmen und Start-Ups besser kalkulierbar“, so Lienhart. Der Strom kommt hauptsächlich aus Solarmodulen von den Dachflächen. „Mit unserer Photovoltaikanlage decken wir bis zu vier Fünfteln des Strombedarfs.“

„Wir sind bisher auch sehr gut durch die Corona-Pandemie gekommen“, berichtete Andy Lienhart. Das läge vor allem daran, dass viele Mieter im Online-Bereich tätig seien.

Gerne würden die drei Brüder weitere ähnliche Objekte kaufen und zu Gewerbeparks umwandeln. „Leider gibt der Markt derzeit nichts her“, so Lienhart.

Von links: Dominic Fischer (Firma Maqnify), CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Weiß sowie Andy und Axel Lienhart.