Peter Weiß: Grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt stärken

CDU-Bundestagsabgeordneter besucht Firma Schwarzwald-Eisen in Lahr

Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs hat sich CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Weiß bei Geschäftsführer und IHK-Präsident Dr. Steffen Auer über die aktuelle Situation beim Lahrer Stahl- und Eisenhändler informiert. Besonders die Themen Fachkräftegewinnung und Entsenderichtlinie standen im Fokus.

Angesichts des Fachkräftemangels versucht das Unternehmen auch dringend benötigte Mitarbeiter aus Frankreich zu gewinnen. „Die Gewinnung von Fachkräften aus dem Grenzgebiet gestaltet sich noch immer schwierig“, stellte Auer fest. So habe die berufliche Ausbildung in Frankreich einen schlechten Ruf, weshalb viele junge Franzosen ein Studium vorziehen. Ein anderes Hindernis ist oftmals die fehlende Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Es brauche deshalb „kreative Lösungen und Beharrlichkeit“, wie Auer ausführte. Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr fand erstmals ein Praktikantenaustausch mit dem Lycée und Collège in Erstein unter der Schirmherrschaft der IHK statt. „Die Praktikanten haben sich trotz kleiner sprachlicher Hürden  gut angestellt“, so Tanja Bohner-Auer, die das Personalwesen beim Lahrer Stahlhändler leitet.  Dank der intensiven Bemühungen um Fachkräfte von der anderen Seite des Rheins ist es gelungen, zwei junge Azubis aus dem Elsass, Manuel Hernandez und Robin Ludwig, zu gewinnen. Manuel Hernandez hat mittlerweile seine Ausbildung abgeschlossen und arbeitet als Mitarbeiter im Verkauf.

Bundestagsabgeordneter Peter Weiß begrüßte die Anstrengungen des Unternehmens und der IHK. „Bis zu einem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt haben wir noch einen langen Weg vor uns. Wichtig ist, dass das Thema in den neuen Elysée-Vertrag aufgenommen wird, damit der Stein ins Rollen kommt“, so Weiß. Er wolle sich dafür einsetzen, dass der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt mit dem deutsch-französischen Vertrag gestärkt werde.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Entsenderichtlinie, welche die Konditionen für die Entsendung von Mitarbeitern in das EU-Ausland regelt. Im Falle Frankreichs sind deutsche Unternehmen aufgefordert ein elektronisches Anmeldeverfahren durchzuführen, in dem sehr sensible Daten weitergebenen werden, etwa den Geburts- und Wohnort des entsandten Mitarbeiters. „Das Verfahren ist von der Gesinnung binnenmarktfeindlich“, monierte Auer. Damit seien kurzfristige Termine von Mitarbeitern im Außendienst, wie ein Messebesuch, nicht mehr möglich. „Die Bundesregierung befindet sich aktuell in Verhandlungen mit Frankreich über dieses Thema“, so Weiß. Er versprach das Anliegen der Firma nach Berlin zu tragen und sich für eine schnelle Lösung einzusetzen.

Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs hat sich CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Weiß bei Geschäftsführer und IHK-Präsident Dr. Steffen Auer über die aktuelle Situation beim Lahr Stahl- und Eisenhändler informiert. Besonders die Themen Fachkräftegewinnung und Entsenderichtlinie waren Gesprächsthema. Unser Bild zeigt von links nach rechts: Bundestagsabgeordneter Peter Weiß, Manuel Hernandez, Robin Ludwig, Geschäftsführer Dr. Steffen Auer und Personalleiterin Tanja Bohner-Auer. (Aufnahme: Winkler)