Peter Weiß: Rente läuft besser als erwartet. Sogar Steigerung des Rentenniveaus möglich

Zum 1. Juli 2018 können die Renten im Westen um 3,09 Prozent und im Osten sogar um 3,23 Prozent angehoben werden. Dies entspricht einer Erhöhung der Standardrente von fast 43 Euro im Monat. Bis 2031 können die Renten in Deutschland um insgesamt 36 Prozent steigen, was einen durchschnittlichen Anstieg um 2,2 Prozent pro Jahr bedeutet.

„Diese positiven Zahlen gehen aus dem Rentenversicherungsbericht 2017 vor, über den die Deutsche Rentenversicherung am heutigen Dienstag informiert und der in der kommenden Woche im Bundeskabinett beraten werden soll“, erklärt Peter Weiß, Rentenexperte der CDU/CSU- Bundestagsfraktion.

Zum 1. Juli 2017 betrug die Erhöhung in  Westdeutschland lediglich 1,90 Prozent und im Osten 3,59 Prozent. Endgültig entschieden über die Höhe der Rentenanpassung 2018 wird aber erst im Frühjahr 2018, wenn die abschließenden Daten zur Lohn- und Gehaltsentwicklung 2017 vorliegen.

„Außerdem muss laut dem Bericht der Rentenversicherungsbeitrag zum Jahr 2018 um 0,1 Prozentpunkte von 18,7 auf 18,6 Prozent gesenkt werden“, so Weiß. Dies sei gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage zum Jahresende die Obergrenze von 1,5 der monatlichen Ausgaben der Rentenversicherung übersteige. Im letzten Jahr sei man noch nicht davon ausgegangen, dass der Rentenversicherungsbeitrag, der mit 18,7 Prozent bereits auf einem historischen Tiefstand liege, noch einmal gesenkt werden könne.

„Die jetzige positive Entwicklung darf aber nicht dazu führen, die Rentenkasse zu überfordern“, so Weiß. So würden bei einer Beitragssenkung auch die Bundeszuschüsse nach unten angepasst. Zudem müsse man sich darauf einstellen, dass der Beitragssatz dann in den Folgejahren, wenn die demographische Entwicklung es erfordert, entsprechend stärker angehoben werden müsse. So gehe die Rentenversicherung davon aus, dass der Beitragssatz 2025 über 20 Prozent, 2030 auf 21,6 Prozent und 2031 dann auf 21,8 Prozent steigen wird.

Deshalb sei es Aufgabe einer vorausschauenden Rentenpolitik, eine langfristige Stabilität in der Rentenversicherung zu garantieren. „Auch wenn das Mindestsicherungsniveau in der gesetzlichen Rentenversicherung sich nach dem aktuellen Stand ebenfalls deutlich positiver entwickelt hat, als angenommen und mit derzeit 48,2 Prozent bzw. 45 Prozent in 2030 die gesetzlichen Grenzen von 46 Prozent bis 2020 und 43 Prozent bis 2030 eingehalten werden, muss man jetzt die Weichen stellen für die Zeit nach 2030“, so Weiß.

Deshalb sei es richtig, dass die zukünftige Regierung eine Rentenkommission einsetzen wolle, in der Experten von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sowie aus Wissenschaft und Politik, über die Zukunft des Rentensystems und einen gerechten Ausgleich zwischen Jung und Alt beraten.