Sozialminister trägt die Verantwortung

Bundestagsabgeordneter Peter Weiß reagiert auf offenen Brief von Marcel Hiller, Gründer und unentgeltlicher Betreiber von www.impftermin-hilfe.de

Der 21-jährige Sexauer Marcel Hiller hat schon Hunderten beim Buchen eines Impftermins geholfen. Doch „seit zwei Tagen gibt es kaum noch Impftermine zu buchen. Sämtliche Anlaufstellen sind überlastet“. Mit einem offenen Brief wandte er sich deshalb an die Impfverantwortlichen und die Öffentlichkeit, um den vielen verzweifelten Menschen eine Stimme zu geben.

Angesichts der umfassenden Erfahrungswerte mit dem Impfterminprozedere in Baden-Württemberg, von dem Marcel Hiller dem Bundestagsabgeordneten Peter Weiß in einem Gespräch berichtete, müssten nach Weiß die Verantwortlichen genannt werden: „Für die gesamte Impforganisation sind bekanntlich die Bundesländer zuständig, auch weil sie unbedingt zuständig sein wollten. Dass Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Ländern besonders schlecht dasteht, dafür trägt der Sozialminister in Stuttgart die Verantwortung.“

CDU-Parlamentarier Weiß habe zweimal vorgeschlagen, dass man für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger eine schriftliche Anmeldung ermögliche, wenn man ohnehin seitens des Landes alle Haushalte postalisch anschreibt. Dieser Vorschlag sei wiederholt abgelehnt worden. Wenig Verständnis hat Weiß auch für die Kommunikation gegenüber der Impfzentren: „Wenn man etwas ändert bei der Impffolge, dann muss die Information auch umgehend bei den Impfzentren landen. Aber das Sozialministeriums benötigt dafür zwei Tage.“

Nichtsdestotrotz blickt Weiß optimistisch in die Zukunft. Er ist überzeugt, dass sobald auch die Hausärzte Impfen dürfen, alles schneller und besser gehe. Insbesondere die Zulassung eines vierten Impfstoffes sei eine großartige Nachricht, die ein wenig untergehe.

Ausgesprochen würdigen möchte Peter Weiß die Arbeit von Marcel Hiller: „Ich bin begeistert und beeindruckt, wie ein junger Mann seine ganzen Semesterferien dafür opfert, seinen Mitmenschen bei der Impfanmeldung zu helfen. Das ist wirklich außergewöhnlich.“