Vorschriften treiben die Baupreise

Ausschussvorsitzende Mechthild Heil auf Einladung von Peter Weiß in Gutach

Bei einem Besuch des Gutacher Gutshofs hat sich auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) die Vorsitzende des neu gebildeten Bau-Ausschusses im Bundestag Mechthild Heil (CDU) über das Thema Nachverdichtung informiert. Anschließend ging es in das Bauinformationszentrum BIZZZ zu einem Fachgespräch über den Wohnungsbau.

Der denkmalgeschützte Gutshof wurde vor rund acht Jahren von der ortsansässigen Firma Gütermann verkauft. Seit dem hat sich viel getan. 16 Wohnungen haben Architekt Klaus Wehrle und Christof Burger, Geschäftsführer des Bauunternehmen Karl Burger Bau, geschaffen. „Nachverdichtungsprojekte wie der Gutshof sind gute Möglichkeiten für die Gemeinde sich zu entwickeln. Besonders da es momentan sehr schwer ist, Wohnraum zu erwerben“, erklärte Bürgermeister Urban Singler, der die beiden Bundespolitiker beim Rundgang durch das Bauprojekt begleitete.

Bereits bei der Besichtigung des Projekts wurde ein Thema deutlich, welches auch das spätere Fachgespräch mitbestimmen sollte: die Bauvorschriften. „Die eigentlichen Kostentreiber sind die neuen Standards“, führte Christof Burger aus. So seien bei drei weiteren Mehrfamilienhäusern auf dem Gelände des Gutshofs Kosten zwischen 150.000 bis 200.000 Euro alleine für die Fahrradstellplätze entstanden, die in der Landesbauordnung (LBO) vorgeschrieben sind.

Im nachfolgenden Fachgespräch mit Vertretern von Kommunalpolitik, Wohnbauwirtschaft, Bauvereinen und Mieterverbänden im BIZZZ wurden neben den Bauvorschriften weitere Hemmnisse für den Wohnungsbau und die Vermietung diskutiert. Marc Ullrich vom Bauverein Breisgau beklagte die „Regulierungswut“. Seien es 1996 noch rund 5000 Vorschriften gewesen, gebe es mittlerweile 20.000 Regularien. Diese führten zu „davongaloppierenden Baukosten“. „Die letzte Novellierung der Landesbauordnung war wenig hilfreich“, fügte Geschäftsführer Christof Burger an. Bundestagsabgeordneter Peter Weiß pflichtete dem Bauunternehmer bei: „Die Landesbauordnung gehört entrümpelt.“

Ein weiteres Problem besteht in den fehlenden Flächen. „Vor zehn Jahren ist die Politik im Land dem Trugschluss aufgesessen, dass Baden-Württemberg fertig bebaut ist“, so Architekt Wehrle. Entsprechend seien etwa die Baurechtsbehörden ausgedünnt worden und die Ausweisung von Baugebieten stark zurückgegangen. Christof Burger fügte an, dass auch manche Kommune ein Interesse an steigenden Preisen für das Bauland habe, um die eigene Einnahmesituation aufzubessern.

Mechthild Heil verwies darauf, dass die geschilderten Probleme mit einem ganzen Maßnahmenpaket nun angegangen würden. So werde der Bund in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro  für die soziale Wohnraumförderung bereitstellen. „Wir müssen die ganze Breite des Wohnungsmarkts betrachten“, erklärte die Ausschussvorsitzende weiter. Es gehe nicht nur darum sozialen Wohnungsbau zu fördern, sondern auch Angebote im mittleren und oberen Preissegment zu schaffen. „Damit wird auch anderer Wohnraum frei“, so Heil. Ein Instrument sei hier das neu geschaffene Baukindergeld.

Bei einem Besuch des Gutacher Gutshofs hat sich auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) die Vorsitzende des Bau-Ausschusses im Bundestag Mechthild Heil (CDU) über das Thema Nachverdichtung informiert. Anschließend ging es in das Bauinformationszentrum BIZZZ zu einem Fachgespräch über den Wohnungsbau. Unser Bild zeigt von links: Ausschussvorsitzender Mechthild Heil, Bundestagsabgeordneter Peter Weiß und Architekt Klaus Wehrle. (Aufnahme: Winkler)