Was bedeutet die Corona-Pandemie für die deutsche Wirtschaft? -Lars Feld und Peter Weiß informieren in öffentlicher Videokonferenz

Was bedeutet die Corona-Pandemie für die deutsche Wirtschaft? Darüber diskutierten der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß (rechts) und der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen Lars Feld (Mitte) mit rund 50 Teilnehmern, die über Facebook und per Videokonferenz Fragen stellen konnten. Der Emmendinger CDU-Kreisvorsitzende Yannick Bury (links) übernahm dabei die Moderation.

Gleich in seinem Eingangsstatement machte der Freiburger Ökonom und Vorsitzende der Wirtschaftsweisen Lars P. Feld deutlich, welchen wirtschaftlichen Schaden die Corona-Krise wohl hinterlassen wird. „Die Pandemie wird vermutlich den stärksten wirtschaftlichen Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen. Für 2020 erwarten wir ein Minus von 6,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt“, so Feld, den CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Weiß zu einer öffentlichen Videokonferenz eingeladen hatte. Die gute Nachricht folgte dann aber bereits im nächsten Satz: Für das Folgejahr prognostizieren die Wirtschaftsweisen ein kräftiges Wachstum von 4,9 Prozent. Anfang oder Mitte 2022 könnte dann bereits das Vorkrisenniveau erreicht werden. Dafür müssten aber die richtigen Voraussetzungen erfüllt sein: „Es darf keinen zweiten Lockdown geben“, erklärte Feld. Auch auf die Entwicklung der Weltwirtschaft komme es an „Deutschland ist keine Insel. Wir brauchen auch eine wirtschaftliche Erholung unserer Handelspartner“, so der Wirtschaftsprofessor weiter.

Einen Beitrag zum Aufschwung soll auch das Konjunkturpaket der Bundesregierung  leisten. „Insgesamt ist es ein sehr gutes Paket, um das wir international beneidet werden“, kommentierte Weiß die darin enthaltenen Maßnahmen. Auch der Wirtschaftsexperte Feld sah „mehr Licht als Schatten.“ Besonders positiv sei das sogenannte „Zukunftspaket“, welches etwa Investitionen im Bereich Digitalisierung, Forschung und Klimaschutz vorsieht. Beim Steuerpaket hätte sich Feld hingegen einen stärkeren Fokus auf den Verlustrücktrag gewünscht.

In der anschließenden Zuschauerrunde wurde auch noch die Insolvenzantragspflicht angesprochen, die aktuell noch bis zum 30. September ausgesetzt ist. „Es gibt aktuell einige Regelungen, die bis Ende September befristet sind. Deshalb wird sich am Ende der parlamentarischen Sommerpause auch ein Koalitionsausschuss mit diesen Maßnahmen befassen“, erklärte Weiß. Feld fügte an, dass man die Entwicklung im Herbst genau im Auge behalten müsse. Gerade bei den besonders stark betroffenen Branchen, wie Hotellerie und Gastronomie, seien verstärkt Insolvenzen zu befürchten.

Ein weiteres Thema war der massive Einbruch bei den kommunalen Gewerbesteuereinnahmen. „Die Entwicklung der Kommunalfinanzen ist noch nicht absehbar, aber Bund und Länder werden einen erheblichen Teil kompensieren“, so Feld. Der Freiburger Ökonom fügte an, dass er froh sei, dass sich der Vorschlag einer Altschuldenhilfe nicht durchgesetzt habe. „Der gestiegene Bundesanteil von nun 75 Prozent bei den Kosten der Unterkunft ist eine wesentlich bessere Lösung“, fügte Feld an.